Schiebepuzzle lösen: die einfache Methode Schritt für Schritt

Von Lina ·

Ein Schiebepuzzle sieht harmlos aus: ein paar Zahlen, eine Lücke, fertig ist das Spiel. Und dann klemmt es. Die ersten Reihen klappen noch, aber kurz vor dem Ziel scheint jeder Zug etwas Fertiges wieder kaputtzumachen.

Die gute Nachricht: Schiebepuzzles lassen sich mit einer festen Methode lösen. Man braucht dafür kein Glück und kein Mathe-Talent, nur ein paar Handgriffe, die sich immer wiederholen. Diese Anleitung zeigt sie Schritt für Schritt – mit kleinen Übungsfeldern, auf denen man jeden Schritt vorgeführt bekommt oder selbst ausprobiert.

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Die Methode in zwei Sätzen

Das Puzzle wird von oben nach unten Reihe für Reihe gelöst. Sind nur noch zwei Reihen übrig, geht es von links nach rechts Spalte für Spalte weiter – und die letzten drei Teile werden im Kreis gedreht, bis alles passt.

Das funktioniert bei 3×3 genauso wie beim klassischen 15er-Puzzle mit 4×4 und bei 5×5. Größere Felder haben einfach mehr Reihen.

Erst verstehen: Die Lücke wandert

Der wichtigste Gedanke vorweg: Eigentlich schiebt man nicht die Teile, sondern die Lücke. Ein Teil kann sich nur bewegen, wenn die Lücke direkt daneben ist. Wer ein bestimmtes Teil nach links bringen will, muss also zuerst die Lücke links neben dieses Teil holen – ohne dabei Fertiges zu zerstören.

Auf diesem Feld fehlen nur wenige Züge bis zum Ziel. Es lohnt sich, die Lücke einmal selbst herumzuschieben: Ein Teil antippen, das neben der Lücke liegt, und es rutscht hinein.

Liegen mehrere Teile in einer Reihe mit der Lücke, rutschen sie beim Antippen gemeinsam – das spart Züge.

Schritt 1: Die ersten Teile der oberen Reihe

Zuerst kommt die 1 in die linke obere Ecke, danach die 2 rechts daneben. Das geht meist ganz von selbst: Die Lücke wird an das Teil herangeführt und schiebt es Stück für Stück in Richtung Ziel.

Eine Regel hilft dabei: Liegt ein Teil schon richtig, wird es nicht mehr angefasst. Die Lücke macht einen Bogen darum.

Die gestrichelten Felder zeigen, wo die Teile dieses Schritts hingehören. Graue Teile sind gerade egal.

Schritt 2: Der Ecktrick für die letzten zwei Teile einer Reihe

Jetzt kommt die Stelle, an der fast alle hängen bleiben. Wird die 3 einfach auf ihren Platz geschoben, gibt es für die 4 keinen Weg mehr in die Ecke – jedenfalls nicht, ohne die 3 wieder zu verschieben.

Der Trick: Die beiden letzten Teile einer Reihe werden gemeinsam eingesetzt.

  1. Die 4 kommt auf den Platz der 3.
  2. Die 3 kommt direkt darunter.
  3. Die Lücke wandert in die rechte obere Ecke.
  4. Zwei Züge: Die 4 rutscht nach rechts in die Ecke, die 3 rückt von unten nach.

Sonderfall: Steckt die 3 rechts oben in der Ecke, während die 4 schon auf dem Platz der 3 liegt, kommt die 3 dort nicht mehr heraus – jeder Versuch schiebt sie nur hin und her. Dann hilft nur: Die 4 kurz wieder aus der Reihe nehmen, die 3 aus der Ecke holen und den Trick neu beginnen.

Schritt 3: Die nächsten Reihen genauso

Die zweite Reihe wird genauso gelöst wie die erste: die 5 und die 6 einfach, die 7 und die 8 mit dem Ecktrick. Die fertige obere Reihe bleibt dabei unberührt.

Bei 5×5 kommt noch eine dritte Reihe auf die gleiche Art dazu. Erst wenn nur noch zwei Reihen übrig sind, wechselt die Methode.

Schritt 4: Die letzten zwei Reihen – Spalte für Spalte

In den unteren zwei Reihen ist zu wenig Platz, um Reihe für Reihe weiterzumachen. Deshalb wird jetzt spaltenweise gearbeitet, von links nach rechts – immer das Teil oben und das Teil darunter als Paar. Beim 4×4-Puzzle sind das zuerst die 9 und die 13, dann die 10 und die 14.

Dafür wird der Ecktrick einfach gedreht:

  1. Die 13 kommt auf den Platz der 9.
  2. Die 9 kommt direkt rechts daneben.
  3. Die Lücke wandert in die linke untere Ecke.
  4. Zwei Züge: Die 13 rutscht nach unten, die 9 rückt von rechts nach.

Auch hier gibt es den Sonderfall: Klemmt die 9 links unten in der Ecke fest, die 13 vorher kurz wieder wegschieben.

Schritt 5: Die letzten drei Teile im Kreis drehen

Zum Schluss bleibt ein Block aus vier Feldern übrig: drei Teile und die Lücke. Jetzt ist nichts mehr zu planen. Die Teile werden einfach im Kreis herumgeschoben, bis alle drei an ihrem Platz liegen.

Wenn sich die drei Teile im Kreis drehen, aber nie alle gleichzeitig passen, liegt es nicht am Können – dann ist das Puzzle unlösbar. Mehr dazu weiter unten.

Schiebepuzzle 3×3 lösen

Beim kleinen 3×3-Puzzle wird es noch kürzer: Nach der oberen Reihe sind schon nur noch zwei Reihen übrig. Die Methode ist also:

  1. die 1 in die Ecke,
  2. 2 und 3 mit dem Ecktrick (die 3 auf den Platz der 2, die 2 darunter),
  3. 4 und 7 als Spalte (die 7 auf den Platz der 4, die 4 rechts daneben),
  4. 5, 6 und 8 im Kreis drehen.

Hier einmal ein ganzes 3×3-Puzzle von Anfang bis Ende:

4×4 und 5×5: mehr Teile, gleiche Methode

Beim klassischen 15er-Puzzle (4×4) und bei 5×5 mit 24 Teilen kommen nur mehr Reihen dazu, die Handgriffe bleiben gleich. Ein paar Zahlen zum Staunen:

  • 3×3: Es gibt 181.440 lösbare Stellungen. Jede davon lässt sich mit höchstens 31 Zügen lösen.
  • 4×4: Es gibt über 10 Billionen lösbare Stellungen. Selbst die schwierigste braucht bei bestem Spiel höchstens 80 Züge.
  • 5×5: Rund 7,8 Quadrillionen Stellungen. Wie viele Züge die schwierigste mindestens braucht, weiß bis heute niemand genau.

Mit der Methode braucht man meist mehr Züge als die kürzeste Lösung. Das ist völlig in Ordnung: Wichtiger als ein Rekord ist, dass man jedes Puzzle sicher lösen kann.

Zwei Teile vertauscht – was jetzt?

Manchmal ist alles fertig, nur die letzten beiden Teile liegen vertauscht: …13, 15, 14. So viel man auch dreht, es wird nichts. Das ist kein Denkfehler: Diese Stellung ist unlösbar.

Mathematiker haben schon 1879 bewiesen, warum: Jeder Zug verändert die Anordnung auf eine bestimmte Weise, die sich mit dem Vertauschen zweier Teile nicht verträgt. Genau die Hälfte aller denkbaren Anordnungen ist deshalb nie lösbar – egal, wie geschickt man schiebt.

Das passiert vor allem bei Schiebepuzzles aus Holz oder Plastik: Wer die Teile herausnimmt und wieder einsetzt, erwischt mit 50 % Wahrscheinlichkeit eine unlösbare Anordnung. Die Lösung: zwei beliebige Teile herausnehmen und vertauscht wieder einsetzen. Dann geht es.

In unserem Schiebepuzzle online kann das nicht passieren: Jedes Puzzle wird so gemischt, dass es garantiert lösbar ist.

Bilder-Schiebepuzzle lösen

Bei einem Bild statt Zahlen gilt genau dieselbe Methode – man muss nur erkennen, wohin ein Teil gehört. Das hilft:

  • Erst die Vorschau anschauen und sich merken, was oben links und oben rechts zu sehen ist.
  • Nummern einblenden, wenn es hakt. Im Spiel zeigt die Option „Nummern“ kleine Zahlen auf den Bildteilen – dann ist es ein Zahlenpuzzle mit schönem Bild.
  • Auf Kanten achten: Teile mit Himmel gehören meist nach oben, Teile mit Boden nach unten. Gerade Linien und Ränder verraten, was nebeneinander liegt.

Ab welchem Alter?

Mit einem Bild und einem 3×3-Feld kommen viele Kinder ab etwa 6 Jahren zurecht, jüngere mit etwas Hilfe. Das 4×4-Puzzle braucht mehr Geduld und Vorausdenken – mit der Methode aus diesem Artikel schaffen es aber auch viele Grundschulkinder.

Beim Helfen lohnt es sich, nicht die Lösung vorzumachen, sondern Fragen zu stellen: Welches Teil kommt als Nächstes? Wo muss die Lücke hin, damit es sich bewegen kann? Die Übungsfelder oben eignen sich gut, um den Ecktrick erst gemeinsam anzuschauen und dann selbst nachzumachen.

Häufige Fragen

Ist jedes Schiebepuzzle lösbar?

Nein. Genau die Hälfte aller möglichen Anordnungen ist unlösbar. Wurden die Teile eines Holzpuzzles herausgenommen und beliebig wieder eingesetzt, kann das Puzzle unlösbar sein. Online-Schiebepuzzles werden meist so gemischt, dass sie lösbar bleiben – auf Kreativlabor-online immer.

Wie viele Züge braucht man für ein Schiebepuzzle?

Ein 3×3-Puzzle lässt sich immer mit höchstens 31 Zügen lösen, ein 4×4-Puzzle mit höchstens 80. Mit einer Methode wie dieser braucht man mehr, dafür klappt es zuverlässig.

Wie heißt das Schiebepuzzle noch?

Bekannt ist es auch als 15-Puzzle, 15er-Puzzle, Fünfzehnerspiel oder Schiebespiel. Die Version mit Bildern heißt oft Bilder-Schiebepuzzle.

Wer hat das Schiebepuzzle erfunden?

Als Erfinder gilt der amerikanische Postmeister Noyes Palmer Chapman: Schon um 1874 zeigte er Freunden eine Vorform mit 16 Zahlenklötzchen, 1879 kam das Schiebepuzzle in den Handel. Um 1880 brach in den USA und in Europa ein regelrechtes „15-Puzzle-Fieber“ aus. Der Rätselautor Sam Loyd behauptete ab 1891, er sei der Erfinder – das stimmte nicht. Berühmt wurde trotzdem seine Geschichte von 1.000 Dollar Preisgeld für die Lösung der Stellung mit vertauschter 14 und 15. Gewinnen konnte das niemand: Die Stellung ist unlösbar.

Kann man das Schiebepuzzle online spielen?

Ja – kostenlos und ohne Anmeldung: Schiebepuzzle online spielen mit Zahlen oder Bildern, in den Größen 3×3, 4×4 und 5×5.

Jetzt selbst üben

Am besten sitzt die Methode nach zwei, drei Durchgängen. Mit einem 3×3-Puzzle anfangen, den Ecktrick ein paarmal bewusst ausführen – und dann den Klassiker mit 4×4 versuchen.

Schiebepuzzle jetzt spielen

Viel Freude beim Schieben!

Dein Team von

Kreativlabor-online.de

Quellen zu diesem Artikel
  • Johnson, W. W. & Story, W. E. (1879): Notes on the “15” Puzzle. American Journal of Mathematics, 2(4), 397–404. doi.org/10.2307/2369492
  • Slocum, J. & Sonneveld, D. (2006): The 15 Puzzle: How It Drove the World Crazy. Slocum Puzzle Foundation.
  • Reinefeld, A. (1993): Complete Solution of the Eight-Puzzle and the Benefit of Node Ordering in IDA*. IJCAI-93, 248–253.
  • Brüngger, A., Marzetta, A., Fukuda, K. & Nievergelt, J. (1999): The parallel search bench ZRAM and its applications. Annals of Operations Research, 90, 45–63.